|
Tisch- und Abendgebete
Die Mutter saß neben ihrem Sohn am Tisch im Gemeindesaal, und beide wollten essen. Draußen war es heiß. Sie wollten darum nicht draußen
bei den anderen sitzen. Außerdem waren sie ein wenig später gekommen. Und als die vollen Teller vor ihnen standen, begann die Mutter ein Gebet zu singen: "Jedes Tierlein hat sein Essen . . ." Aber dann
fiel ihr der Text nicht mehr ein: "mh, mh, mh, mh, mh,mh ,mh,, . . .", summte sie weiter. Und dann fiel ihr der Schluß wieder ein: ". . . hast auch unser nicht vergessen. Lieber Gott, wir danken
dir." Das fand ich wirklich gut: Da betete jemand, der das Gebet nicht richtig kannte.
Obwohl ich wirklich schwer beeindruckt von der jungen Mutter war, spricht ja nichts dagegen, doch einige Gebete auswendig zu können. -
Darum folgen jetzt einige Tischgebete und Abendgebete für alle Neuchristen. Und vielleicht finden auch die alten Hasen noch etwas Gutes.
"Zwei Dinge, Herr sind not, / die gib in deiner Huld: / Gib uns das täglich Brot, / vergib uns uns´re Schuld."
"Speise Vater, deine Kinder, / tröste die betrübten Sünder; / sprich den Segen zu den Gaben, / die wir wieder vor uns haben,
/ daß sie uns in diesem Leben / Stärke, Kraft und Nahrung geben, / bis wir endlich mit den Frommen / zu der Himmelstafel kommen."
"Wir bitten dich, sei unserm Haus / ein fester Gast, / tagein, tagaus. / Und mache uns die Gaben wert, / die deine Güte uns
beschert."
"Laß uns, Herr, beim Trinken, Essen / deiner Güte nicht vergessen, / teil uns deine Liebe aus, / füll mit Frieden Herz und
Haus."
"Du gibst allzeit hienieden / uns unser täglich Brot, / o segne uns mit Frieden / im Leben und im Tod."
"Der du der Erden Brot gegessen, / mit Sündern hast zu Tisch gesessen, / Herr Jesu, komm, und mach uns satt /, daß Leib und Seel´
Genüge hat."
Und nun noch einige Abendgebete:
"Gott, der heute mich bewacht, / beschütze mich auch diese Nacht; / du sorgst für alle groß und klein, / drum schlaf ich ohne
Sorge ein."
"Zur Ruh´ will ich mich legen. / Mit Liebe und mit Segen, / mein Jesus, schließ mich ein! / So schlaf´ich ohne Sorgen / vom
Abend bis zum Morgen, / als wie im Nest ein Vögelein."
"Wie du die Vögelein im Nest / nun schlafen läßt so warm und fest / so nimm auch uns in deine Hut / und laß uns schlafen fromm
und gut."
"Bevor des Tages Licht vergeht, / o Herr der Welt, hör dies Gebet: / Behüte uns in dieser Nacht / durch deine große Güt und Macht.
Hüllt Schlaf die müden Glieder ein, / laß uns in dir geborgen sein, / und mach am Morgen uns bereit / zum Lobe deiner Herrlichkeit.
Dank dir, o Vater, reich an Macht / der über uns voll Güte wacht / und mit dem Sohn und Heilgen Geist / des Lebensfülle
uns verheißt."
"Gott, bei dir bin ich geborgen, / habe keine Angst vor morgen, / weil nach jeder dunklen Nacht / ein heller, neuer
Tag erwacht.
Gott, du hast heute mich bewacht, / beschütze mich auch diese Nacht. / Du wachst für alle, groß und klein, / drum schlaf ich ohne
Sorgen ein."
"Müde bin ich geh zur Ruh, / schließe meine Äuglein zu. / Vater, laß die Augen dein / über meinem Bettchen sein.
Hab ich Unrecht heut getan, / sieh es lieber Gott nicht an, / deine Gnad und Christi Blut / macht ja allen Schaden gut.
Alle, die mir sind verwandt, / Gott, laß ruhn in deiner Hand! / Alle Menschen, groß und klein, / sollen dir befohlen sein.
Kranken Herzen sende Ruh, / nasse Augen schließe zu, / Gott im Himmel , halte Wacht, / gib uns eine ruhige Nacht.
"Guter Vater im Himmel du, / meine Augen fallen zu. / Will mich in mein Bettchen legen, / gib du mir nun deinen Segen.
/ Lieber Gott, das bitt´ich dich: / Bleib bei mir, hab acht auf mich!"
"Lieber Gott, kannst alles geben, / gib auch, was ich bitte nun: / Schütze diese Nacht mein Leben, / laß mich sanft und sicher
ruhn!
Sieh auch von dem Himmel nieder / auf die lieben Eltern mein. / Laß uns alle Morgen wieder / fröhlich und dir dankbar sein."
|