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 Kleine Marzahner Listen...

Die drei Glaubensbekenntnisse

Wer ist Gott? Wie verhält sich das mit ihm? Was tut Gott? - Schon die ersten Christen haben diese Fragen gestellt und haben die Anworten in Listen zusammengefaßt. In den sogenannten Glaubensbekenntnissen wird kurz, griffig und prägnant aufgezählt, was Christen eigentlich glauben und was in der Bibel steht.

Glaubensbekenntnisse sind also ganz besondere Listen, die die Christen miteinander beten: Sie sind Antwort-Listen auf Gottes Tun. Wer ein Glaubensbekenntnis betet, sagt damit: "Ja, ich vertraue darauf, daß Gott all das, was da aufgelistet wird, in der Vergangenheit getan an und weiterhin an mir tun wird."

Das apostolische und das nicänische Glaubensbekenntnis sind die beiden wichtigsten Glaubensbekenntnislisten der Kirche.
 

Das apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,

    den Allmächtigen,
    Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

    Gottes eingebornen Sohn,
    unsern Herrn,
    der empfangen ist vom Heiligen Geist,
    geboren von der Jungfrau Maria,
    gelitten unter Pontius Pilatus,
    gekreuzigt, gestorben und begraben,
    niedergefahren zur Hölle,
    am dritten Tage auferstanden von den Toten,
    aufgefahren gen Himmel,
    sitzend zur Rechten Gottes,
    des allmächtigen Vaters,
    von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

 Ich glaube an den Heiligen Geist,

    eine heilige, christliche Kirche,
    die Gemeinde der Heiligen,
    Vergebung der Sünden,
    Auferstehung des Fleisches
    und ein ewiges Leben.

 Amen.

 

 
Das nicänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott,

    den allmächtigen Vater,
    Schöpfer Himmels und der Erde,
    all des, das sichtbar und unsichbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,

    Gottes eingebornen Sohn,
    der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,
    Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott,
    geboren, nicht geschaffen,
    eines Wesens mit dem Vater,
    durch welchen alles geschaffen ist;
    welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist
    und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria
    und Mensch geworden;
    auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
    gelitten und begraben
    und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift,
    und ist aufgefahren gen Himmel
    und sitzet zur Rechten des Vaters
    und wird wiederkommen mit Herrlichkeit,
    zu richten die Lebendigen und Toten;
    dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist,

    der da lebendig macht,
    der von dem Vater und dem Sohne ausgeht,
    der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird,
    der durch die Propheten geredet hat.
    Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.
    Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden
    und warte auf die Auferstehung der Toten
    und das Leben der zukünftigen Welt.

Amen.

 


Das athanasianische Glaubensbekenntnis

    Wer da will selig werden, der muß vor allen Dingen den rechten christlichen Glauben haben. Wer denselben nicht ganz und rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren sein.

    Dies ist aber der rechte christliche Glaube, daß wir einen einigen Gott in drei Personen und drei Personen in einiger Gottheit ehren,

    Und nicht die Personen ineinander mengen, noch das göttliche Wesen zertrennen.

    Eine andere Person ist der Vater, eine andere der Sohn, eine andere der Heilige Geist.

    Aber der Vater und Sohn und Heilige Geist ist ein einiger Gott, gleich in der Herrlichkeit, gleich in ewiger Majestät.

    Welcherlei der Vater ist, solcherlei ist der Sohn, solcherlei ist auch der Heilige Geist.

    Der Vater ist nicht geschaffen, der Sohn ist nicht geschaffen, der Heilige Geist ist nicht geschaffen.

    Der Vater ist unmeßlich, der Sohn ist unmeßlich, der Heilige Geist ist unmeßlich.

    Der Vater ist ewig, der Sohn ist ewig, der Heilige Geist ist ewig; und sind doch nicht drei Ewige, sondern es ist ein Ewiger, gleichwie auch nicht drei Ungeschaffene, noch drei Unmeßliche, sondern es ist ein Ungeschaffener und ein Unmeßlicher.

    Also auch der Vater ist allmächtig, der Sohn ist allmächtig, der Heilige Geist ist allmächtig;

    und sind doch nicht drei Allmächtige, sondern es ist ein Allmächtiger.

    Also der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott;

    und sind doch nicht drei Götter, sondern es ist ein Gott.

    Also der Vater ist der Herr, der Sohn ist der Herr, der Heilige Geist ist der Herr;

    und sind doch nicht drei Herren, sondern es ist ein Herr.

    Denn gleichwie wir müssen nach christlicher Wahrheit eine jegliche Person für sich Gott und Herrn bekennen:

    Also können wir im christlichen Glauben nicht drei Götter oder drei Herren nennen.

    Der Vater ist von niemand weder gemacht, noch geschaffen noch geboren.

    Der Sohn ist allein vom Vater, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern geboren.

    Der Heilige Geist ist vom Vater und Sohn, nicht gemacht, nicht geschaffen, nicht geboren, sondern ausgehend.

    So ist's nun ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.

    Und unter diesen drei Personen ist keine die erste, keine die letzte, keine die größte, keine die kleinste;

    sondern alle drei Personen sind miteinander gleich ewig, gleich groß:

    Auf daß also, wie gesagt ist, drei Personen in einer Gottheit und ein Gott in drei Personen geehret werde.

    Wer nun will selig werden, der muß also von den drei Personen in Gott halten.

    Es ist aber auch not zur ewigen Seligkeit, daß man treulich glaube, daß Jesus Christus, unser Herr, sei wahrhaftiger Mensch.

    So ist nun dies der rechte Glaube, so wir glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, Gottes Sohn, Gott und Mensch ist:

    Gott ist er aus des Vaters Natur vor der Welt geboren, Mensch ist er aus der Mutter Natur in der Welt geboren.

    Ein vollkommener Gott, ein vollkommener Mensch mit vernünftiger Seele und menschlichem Leibe.

    Gleich ist er dem Vater nach der Gottheit, kleiner ist er denn der Vater nach der Menschheit,

    und wiewohl er Gott und Mensch ist, so ist er doch nicht zwei, sondern ein Christus,

    einer, nicht daß die Gottheit in die Menschheit verwandelt sei, sondern daß die Gottheit hat die Menschheit an sich genommen.

    Ja, einer ist er, nicht daß die zwei Naturen vermenget sind, sondern daß er eine einige Person ist.

    Denn gleichwie Leib und Seele ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch ein Christus,

    welcher gelitten hat um unsrer Seligkeit willen, zur Hölle gefahren, am dritten Tage auferstanden von den Toten,

    aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters,

    von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.

    Und zu seiner Zukunft müssen alle Menschen auferstehen mit ihren eigenen Leibern,

    und müssen Rechenschaft geben, was sie getan haben;

    und welche Gutes getan haben, werden ins ewige Leben gehen, welche aber Böses getan, ins ewige Feuer.

    Das ist der rechte christliche Glaube; wer denselben nicht fest und treulich glaubt, der kann nicht selig werden.