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Missionsgemeinde Berlin-Marzahn SELK

 Interviews...

Am Ende eines Jahres wird überall Rückschau gehalten: Günther Jauch blickt auf RTL zurück auf das vergangene Jahr. Der Bundeskanzler redet besinnlich über 2004, bevor er nach vorne schaut, die deutschen Kaninchenzüchtervereine halten Jahresrückblick und . . . wir, wir tun es auch: Was ist passiert im vergangenen Jahr in unserer Gemeinde in Berlin-Marzahn? Was ist gelungen? Was war schwierig? Was könnte besser werden? - August Hermann Francke, einer der Väter des Pietismus, hat aus dem Diakonissenmutterhaus in Halle jährlich Berichte geschrieben, die den Titel hatten "Fußstapfen unseres Gottes". Francke hat berichtet, welche Spuren Gott in Halle hinterlassen hat. Darum geht es auch in diesem Gemeindebrief: Welche Spuren hat Gott in unserer Gemeinde und darüber hinaus im Jahr 2004 in Berlin-Marzahn hinterlassen.

Ich finde es nun meist ziemlich langweilig, wenn nur der Pastor alleine in seinem Jahresrückblick aufzählt, was er mit unwesentlicher Hilfe des Heiligen Geistes im letzten Jahr alles Großartiges geschafft hat. Darum habe ich einige Mitarbeiter der Gemeinde gebeten, doch ihren ganz persönlichen Jahresrückblick auf jeweils einen Arbeitsbereich  des Gemeindelebens 2004 in Marzahn zu schreiben: Bibelstunde, Kindergottesdienst, Kirchenmäuse, Kirchenvorstand, Gottesdienst, Pfarrerstammtisch - Großartige Texte habe ich zugeschickt bekommen. Ein herzliches Dankeschön den sieben Autoren dieses Gemeindebriefs. Ich bin sicher: Durch die verschiedenartigen Beiträge wird der Jahresrückblick 2004 viel bunter, frömmer und breitgefächerter! Viel Freude beim Lesen wünsche ich!
 

BIBELSTUNDE ­ wieso?   
von Hans Nischik

Es gibt lutherischen Gottesdienst, Kirchenmusik, verschiedene Gemeindekreise und schließlich hat die Woche nur 7 Tage bzw. 5 Feierabende, Samstag und Sonntag muß man sich ausruhen.

Also: Bibelstunde ist was für alte Leute, die Langeweile haben, Ruheständler, die nicht mehr im Leben stehen, jenseits von gut und böse sind, sich über etwas Gesellschaft und Abwechslung freuen.

In unserer Missionsgemeinde gibt es keine alten Leute mit Langeweile. Bevor Marzahn endgültig festgezurrt wurde, bevor wir Gottesdienste feierten, gab es die Bibelstunde des damaligen Mitarbeiterkreises. Wir trafen uns in der Wohnung des Vikars Neigenfind und lasen in der Apostelgeschichte.

So ist es nun auch naheliegend, daß die Bibelstunden fester wöchentlicher Bestandteil unseres Marzahner Missionsgemeindelebens geworden sind. Nachdem wir das Matthäus- Evangelium gelesen und besprochen haben, befassen wir uns in diesem Jahr mit der Apostelgeschichte.

Ich kenne das Lesen von Bibeltexten, das Nachsinnen über sie und den Gedankenaustausch über das Verstehen bereits aus dem Elternhaus, der Gemeinschaft-Jugend und der Jungen Gemeinde. Als Erwachsener war ich dankbar, wenn in den Gemeinden Bibelstunden angeboten wurden.

Ich möchte dieses Zusammensein mit Brüdern und Schwestern (Christen und “Noch-nicht-Christen”) nicht mehr missen, weil dieses gemeinsame Nachsinnen und der Gedankenaustausch mir Klarheit darüber bringen, was Gottes Wort mir persönlich zu sagen hat.

Es ist sehr hilfreich, wenn der Leiter der Bibelstunde vorbereitet ist und mit gutem Hintergrundwissen zum Verständnis der Schrift beiträgt. Es gelingt nicht immer, alle Fragen für jeden erschöpfend zu erklären, manche bleiben offen:  Wie ist das nun mit dem Weltgericht Matth. 25, 31ff? Doch Beurteilung / Verurteilung nach den Werken, wo bleibt “allein aus Gnaden”? Wer sind die geringsten Brüder? Alle sozial Schwachen? Wieso überhaupt Gericht; wird mir doch jeden Sonntag vom Pfarrer an Christi Statt meine Schuld vergeben! Oder Apg. 13, 48: ...und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren. Doch Vorherbestimmung; egal was ich tue, es ist alles längst entschieden?!

Wir waren in diesem nun zu Ende gehenden Jahr etwa 6-7 teils wechselnde Teilnehmer (ca. 11% der Gemeinde!), vom Alter her gut durchmischt, “alte Hasen” und Neulinge. Neulinge, die mich mit ihren arglosen Fragen erstaunen ließen und manchmal auch beschämten. ­ “Die Letzten werden die Ersten sein!?”

Auch mußten wir unsere unterschiedlichen Temperamente dulden und erdulden.

Verbunden sind wir Bibelstundenteilnehmer - ich halte das auch für sehr wichtig - durch das Hören auf Gottes Wort und das gemeinsame Gebet. Wir befinden uns auf dem Wege zum Ziel hin, das Christus uns gesetzt hat. Dieser Weg ist, wie uns der Herr Christus das auch verheißen hat, nicht auf Rosen gebettet.

Damit wir den beschwerlichen Weg der Nachfolge nicht allein gehen müssen, sind uns Schwestern und Brüder zur Seite gestellt. Dies verstehe ich nicht als etwas Selbstverständliches sondern als eine besondere Gnade Gottes, die ich dankbar annehmen darf.

Psalm 119, 116+117: Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe
Und laß mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung. Stärke mich, daß ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

Hans Nischik ist Elektriker, Lichtberater und einer der fünf Vorsteher der Missionsgemeinde Marzahn


Kindergottesdienst in Marzahn 2004
von Angelika Krieser

“Toll, Frau Krieser hat wieder ihr Mini-Klavier mit!”, so werde ich fröhlich zu Beginn des Kindergottesdienstes begrüßt. Ja, das ist ein wahres Wunderding: Mit diesem gerade mal zwei Oktaven umfassenden transportablen Instrumentchen als Unterstützung trauen sich auch die jüngeren Kinder mutig an ihnen bisher unbekannte Lieder heran und singen begeistert mit.

Vor dem musikalischen Teil gibt es aber noch eine wichtige Frage zu klären: Wer sitzt heute neben wem? Gar nicht so einfach, da alle Sym- und Antipathien der Kinder zu berücksichtigen ­ aber wer schon mal eine Tischordnung für eine Erwachsenengesellschaft entworfen hat, weiß, daß sich Groß und Klein in dieser Hinsicht eigentlich gar nicht so sehr unterscheiden ...

Ist die Sitzordnung zur mehrheitlichen Zufriedenheit ausgefallen, beginnen wir den Kindergottesdienst mit einem Gebet. Auch die kleineren Kinder zeigen sich dabei erfreulich ruhig und diszipliniert. Das ermutigte mich an einem Sonntag, bei dem das Thema “Gebet” im Mittelpunkt stand, mit den Kindern eine Gebetsgemeinschaft zu bilden: Zuerst haben wir besprochen, wofür wir danken und bitten können, und dann durfte reihum jeder, der das wollte, sein Anliegen vorbringen. Ich denke, für uns alle war das eine gute und wichtige Erfahrung, die in Zukunft auch weiter vertieft werden wird!

Damit mir bei der nachfolgenden biblischen Geschichte nicht sofort ein gelangweiltes “Kenn´ ich schon ...!“ entgegentönt, muss ich mir meistens ein Einstiegsbeispiel aus der Welt der Kinder ausdenken, mich also praktisch “durch die Hintertür” zum eigentlichen Thema vorarbeiten, dabei gezielt Zwischenfragen stellen und so bei Einzelnen die Konzentration wieder auffrischen, auch mal eins der Kinder weitererzählen lassen ...

Nachdem die kleine Runde meist erfreulich konzentriert mitgearbeitet hat, kommt die praktische “Nacharbeit” des Themas in Gestalt von Malen, Basteln oder Spielen.

Da Ersteres nicht bei allen Kindern gleichmäßig beliebt ist, wird in Familie Neigenfinds großer Küche meist eifrig geschnipselt und geklebt ­ allerdings hält sich die Beteiligung am nachfolgenden Aufräumen dann eher in Grenzen, wenn unten beim Kirchenkaffee Saft und Kekse locken . . . Sehr gut kommt auch ein Bibelquiz an, am besten mit Bewegung verbunden, wo auch schon die Kleineren ihr Wissen mit Begeisterung demonstrieren.

In diesem Jahr haben nun die “Großen” des Kindergottesdienstes ihren ständigen Platz im Erwachsenengottesdienst gefunden. Das sehe ich als Helferin mit einem ganz großen lachenden, aber auch mit einem ganz kleinen weinenden Auge: Es ist sehr schön, daß die Umstellung allmählich und freiwillig erfolgt ist, daß diese jungen Christen nun gänzlich im “großen” Gottesdienst bleiben wollen. Aber ihre Hilfe fehlt mir doch ab und zu: beim Singen und Basteln ­ oder einfach nur als beruhigende “Puffer” in der quirligen Reihe der Kleinen . . .

An dieser Stelle möchte ich noch einmal ein herzliches “Dankeschön” an alle die jungen Helferinnen richten, die mich auf diese Weise so tatkräftig unterstützt haben ­ ich wünsche euch für euren weiteren Weg mit Gott und zu Gott den reichen Segen unseres himmlischen Vaters!

Und ich freue mich schon auf die weitere Kindergottesdienstarbeit im Jahr 2005 ­ in der Hoffnung, neben den fünf treuen kleinen Stammbesuchern der Familien Neigenfind und Siemund auch die neuen Kinder ganz oft begrüßen zu dürfen, die seit ein paar Wochen ab und zu kommen!

Angelika Krieser ist Bibliothekarin in der Lutherstadt Wittenberg und Glied der
St.-Marien-Gemeinde in Berlin-Zehlendorf
 

Pfarrerstammtisch
von Silvia Springer

Wenn ich zum Pfarrerstammtisch gehe, dann wünsche ich mir immer, daß möglichst viele Leute da sind. Aber meistens bin nur ich da und eine oder zwei meiner Töchter, wenn die gerade Lust haben, mitzukommen.

Abschaffen würde ich den Pfarrerstammtisch trotzdem nicht - auch wenn in manchen Wochen niemand kommt und alles ausfällt. Denn die Themen sind eigentlich immer ziemlich interessant: Neulich haben wir über Buddhismus geredet und einmal  Ã¼ber Juden und Israel. Wir haben den neuen Lutherfilm zusammen geschaut. Wir haben auch mal über Mord und Selbstmord geredet und was Gott dazu sagt.

Manchmal reden wir auch nur so über die eigenen Probleme oder was in der Familie gerade so los ist. Man kann den Pastor ganz zwanglos ohne Termin treffen. Manchmal bringt er ein Thema mit, manchmal  reden wir nur so.

Ich möchte alle Gemeindeglieder und Nachbarn herzlich einladen, im Jahr 2005 mal vorbeizuschauen, weil dann neue Themen und andere, interessante Fragen ins Gespräch kommen. Worüber ich gerne mal reden würde: Wie sieht Gott eigentlich aus und warum sieht man ihn so selten? Was heißt eigentlich "lutherisch"? Wie wäre die Welt ohne Gott?

Der Pastor schreibt immer: "Kinder und Tiere sind herzlich willkommen!" Das stimmt echt. Oft nehme ich unsern Hund mit. Der wuselt dann da rum, während wir uns unterhalten. Das ist nett.

Silvia Springer ist Hauswirtschaftlerin, Kassiererin, Mutter, Hausfrau und zur Zeit arbeitslos


Kirchenmäuse 2004
von Almut Neigenfind

Jeden Freitag viertel nach drei hört man das Getrappel von Kinderschuhen auf der Treppe zur Pfarrwohnung. Manchmal nur acht fast immer zehn Kinder oder mehr im Kindergarten- und Vorschulalter kommen zu den Kirchenmäusen - oft mit ihren Müttern. Mittlerweile gib es so viele Kinder am Freitag, daß wir die Gruppe geteilt haben. Aber wir haben nur einen Gemeinderaum, der mit den Größeren belegt ist. Wir könnten durchaus noch einen Raum anbauen, aber dazu fehlt uns im Moment das Geld und die Kraft.

Nachdem die Kinder herzhaft zu Lebkuchen, Keksen, Saft und Tee gegriffen haben - meist bei fröhlichem Geplauder, manchmal auch bei wildem Gekreisch, gehen wir mit viel Freude, Elan und Interesse an die Beschäftigung mit einer biblischen Geschichte oder einem christlichen Thema: Manchmal schauen wir einen spannenden Bibelfilm über Noahs gefährlichen Auftrag. Einmal haben wir im Garten geforscht, wie wunderbar Gott seine Welt geschaffen hat. Neulich haben wir Lebkuchenhäuser gebaut. Oder wir streiten uns darum, wer den barmherzigen Samariter spielen darf. Einmal waren wir im Pergamonmuseum und einmal im Ägyptischen Museum, um zu sehen wie die Israeliten in der babylonischen Gefangenschaft und in Ägypten lebten. Bei allen Aktivitäten geht es im Kern aber immer um die frohe Botschaft von Jesus Christus: Was er uns schenkt und bringt, wie er uns hilft und tröstet, wie er uns rettet und heilt.

Am Jahresanfang - nach der Teilung in die Gruppe für die Großen und die Kleinen - waren wir zeitweise nur noch fünf Kinder. In der zweiten Jahreshälfte hat sich die Gruppe dann aber erfreulicherweise verdoppelt, so daß wir immer alle Stühle in der Wohnung zusammensammeln müssen, damit auch alle sitzen können.
Die Arbeit ist hoch erfreulich! Daß so viele kleine Kinder oft mit ihren Müttern und Vätern so treu und gerne bei jedem Wetter kommen, auch wenn es zu Hause gerade kriselt oder viel Arbeit ist, das ist wunderbar! Es ist wirklich erfreulich, daß Alteingesessene und auch immer Neue den Weg zu uns finden, die von Gott noch fast nichts wissen, daß sie so gerne und treu kommen. Und daß wir oft von den Erwachsenen hören, daß es ihnen ein Hilfe ist, die Bibelgeschichten zu hören, daß sie Trost und Halt finden, obwohl sie zuerst eigentlich nur Gesellschaft suchten. Manchmal scheint die Kinderarbeit mehr Früchte unter den Erwachsenen zu bringen als unter den Kindern.

Oft ist es wirklich anstrengend, jeden Freitag eine so große Schar von Leuten in der Wohnung zu haben, die hinterher oft ziemlich verwüstet ist. Aber es ist alles halb so schlimm, weil viele Mütter und ein Väter mithelfen - als stille Akteure im Hintergrund oder ganz aktiv beim Geschichtenerzählen, obwohldie Leute ganz neu sind und die Geschichten selbst kaum kennen.

Almut Neigenfind ist Erzieherin, Mutter und Pfarrfrau
 

Kirchenvorstand
von Karin-Michaela Siemund

Einmal im Monat trifft sich der Kirchenvorstand im Gemeinderaum unserer Kirche - ein Elektriker, ein Bilanzbuchhalter, ein Fahrdienstleiter i.R., eine Hausfrau und Mutter, der Pastor und ich gehören dazu.

Der Pastor hat, wenn wir kommen schon zwei Tische zusammengeschoben und jedem ein Gesangbuch hingelegt. Es gibt im Sommer Selters gegen die trockengeredeten Kehlen, jetzt in der kalten Jahreszeit wird aber eher Tee getrunken. Nicht immer schaffen es alle Vorstandsmitglieder anwesend zu sein. Manchmal ist einer im Urlaub, krank oder hat keinen Babysitter gefunden.

Wenn wir die Vorstandssitzung beginnen, singen wir erst etwas aus dem Gesangbuch, danach liest der Pastor etwas aus der Bibel vor und wir reden anschließend darüber. Mir geht es so, daß ich durch diesen Einstieg nicht vergesse, worum es hier eigentlich geht, daß es nicht nur das Treffen eines Vorstandes irgendeines Vereines ist, sondern daß es hier um Kirche, Gemeinde und vor allem um Gott und Glauben geht - eben, wie wir dem Missionsauftrag gerecht werden können.

Danach beginnen wir mit dem Tagesordnungspunkt 1, der in der Regel den Rückblick auf den vergangenen Monat beinhaltet und vom Pastor vorgetragen wird. So sind alle Vorstandsmitglieder über alle Aktivitäten informiert, die in unserer Gemeinde stattgefunden haben, aber auch über Besuche in der Gemeinde und neue Gesichter bei Gemeindeaktivitäten.

Bei so einer Sitzung geht es nicht zu, wie in der Schule. Jeder Vorsteher fragt gleich dazwischen, wenn etwas unklar ist, oder wenn er etwas dazu sagen möchte. Auch wird gleich festgestellt, ob alles geschafft wurde, was bei den letzten Sitzungen beschlossen wurde.

Auf dem Tagesordnungspunkt 2 stehen dann die Dinge, die noch passieren sollen, z.B. wurde da beim letzten Mal besprochen, wie das mit dem Laubfegen organisiert werden soll oder wer Fenster putzt. Wir haben öfter über das Sommerfest geredet, über neue Veranstaltungen, wie die Gottesdienste waren, wie die einzelnen Gemeindekreise sich weiterentwickeln . . . Aber auch die Haushaltsplanung im nächsten Jahr haben wir schon fleißig bearbeitet. Wenn es um das Geld geht, dann ist das gar nicht so einfach, wie ich es bisher gedacht hatte. Da ist zu berücksichtigen, welche Auflagen vom Finanzamt  wir einzuhalten haben, damit wir als gemeinnützig anerkannt werden. Wir müssen aufpassen, das für jedes Ding genug Geld eingeplant wird, damit z.B. nicht bereits Anfang Dezember kein Geld mehr für Kaffee vorhanden ist. Jedenfalls gehe ich davon aus, daß jeder gerne einen Kaffee oder einen Tee trinken möchte, wenn er eine Veranstaltung in der Kirche besucht.

Die Aufstellung zum Haushaltsplan umfaßt so dermaßen viele Positionen, die man genau bedenken muß, daß dafür eine ganze Menge Zeit in Anspruch genommen wird. Glücklicherweise kommen wir darüber nicht ins Streiten und wenn wir uns einmal gar nicht einigen können, dann wird der entsprechende Punkt auf die nächste Sitzung verschoben, damit alle genügend Zeit haben, diesen Punkt noch einmal in Ruhe zu bedenken und vielleicht nach neuen Lösungen suchen können.

Am Ende der Sitzung überlegen wir, wofür wir Gott danken und bitten können und beenden die Sitzung mit einem gemeinsamen Gebet, das der Pastor spricht, und in dem alle unsere Gebetsanliegen aufgenommen werden.

Ich finde es sehr schön, daß wir im Vorstand über alle Probleme und Freuden in der Gemeinde offen, ruhig und konstruktiv reden können.

Und je nachdem, wie intensiv die Diskussionen waren oder wieviel auf der Tagesordnung stand, waschen wir zum Schluß die Tassen ab, räumen gemeinsam auf und gehen dann zwischen 21 und 22 Uhr nach Hause.

Karin-Michaela Siemund ist Mutter von drei Kindern und arbeitet beim Sozialamt in Friedrichshain-Kreuzberg